Zwischen Instinkt und Vernunft
ist jedes Handeln - privat wie geschäftlich -
Ethik unterworfen

K5 - Information 3 l 2021

Im öffentlichen Raum ist die Kommunikation vielfach von Grauslichkeiten geprägt.

Angesagt ist eine neue Sachlichkeit, in der die Auseinandersetzungen wieder auf Augenhöhe und mit gegenseitigem Respekt geführt werden.

Wir möchten mit unserem Brief wachsam machen, indem wir uns die gegenwärtigen Zustände im öffentlichen Raum vor Augen führen und durch Reflexion Einsichten gewinnen.


Panikpresse trübt die Lebensfreude


Wir leben in einer schrillen Zeit. Covid hat diesen Eindruck trotz phasenweise erzwungener Ruhe nicht verändert.
Ein paar Beispiele. Zuletzt haben starke Gewitter Verheerungen angerichtet. Schlimm aber waren die mit den Gewittern einhergehenden gellenden Warnungen vor der „Sturmwalze“, dem „Gewittermonster“,  dem “Super-Orkan“, dem „Hagelwahnsinn“. Diese Art des medialen Alarmismus kann Menschen in Angst und Schrecken versetzen.
Permanente Aufregung herrscht im Umgang mit Covid-19. Der neueste Angstmacher heißt „Delta“. Wie so oft in der kurzen Geschichte dieser Pandemie wird aus einem durchaus kalkulier- und beherrschbaren Faktum ein Skandalum gemacht. Es gibt kein Patentrezept, mit dem das Virus ausradiert und die damit einhergehenden Schäden spurlos behoben oder gar vermieden werden können. Wohin man blickt auf der Welt, es geht in der Pandemiebekämpfung rauf und runter wie auf einer Hochschaubahn.

Angst geht auch um, wenn wir von Cyberattacken hören. Diese Form von Kriminalität nimmt zu und sie zeigt, wie fragil und verletzlich unsere hochgelobte IT-Welt geworden ist.
 
Was tun wir? Wir fürchten uns. Was tun wir nicht? Das Problem in Ruhe analysieren, eine Lösung suchen  und sie dann umsetzen.

Das Panikorchester aus sozialen, digitalen und auch analogen Medien, politischen Kräften sowie gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Interessensvertretern hält uns auf Trab. Kaum scheint eine Gefahr gebannt, droht die nächste. Wir haben keine Zeit zum Durchatmen.

Genau das bräuchten wir nach 16 langen Monaten Pandemie. Sie hat den Stresspegel der Gesellschaft stark in die Höhe getrieben und wirkt sich auch abseits der medizinischen Betrachtung auf unser tägliches Leben aus. Man merkt die gesteigerte Aggressivität auf der Straße,  man spürt es, wenn Menschen in Not ihre Retter attackieren, man sieht es, wenn die Gewalttaten zunehmen; man liest es, wenn einander politische Funktionäre beschimpfen, man hört es, wenn die verschiedenen Positionen zu Klima, Wirtschaft, Migration, Homosexualität, Sterbehilfe, Millionärssteuer immer unversöhnlicher aufeinanderprallen.

Hier hilft nur, aufeinander zuzugehen, einander zuzuhören und miteinander zu diskutieren. Aufklärung und Wissensvermittlung sind die Basis für einen konstruktiven Dialog. Wer weiß, wie die Dinge liegen, ist weder für Verschwörungstheorien noch für Hasspredigten anfällig.
Es ist Zeit, einander die Hände zu reichen. Wir können all die folgenden Krisen wie Klima, Ressourcenknappheit, Migration, nur gemeinsam überwinden.