Zwischen Instinkt und Vernunft
ist jedes Handeln - privat wie geschäftlich -
Ethik unterworfen

K5-Information 2 l 2018

Der Mensch wird zum Menschen, wo er nicht nur seine Pflicht erfüllt,
sondern in der Kür über sich hinauswächst.
Wir leben in einer Zeit der Gleichgültigkeit und Langeweile.

Wir fragen uns im folgenden Brief, wie wir diese Geleichgültigkeit und Langeweile überwinden können und warum.


Wir sind einzigartig


Die Einzigartigkeit kommt unter anderem dadurch zustande, dass Stärken und Schwächen unterschiedlich verteilt sind. Ich kann das eine besser, der andere kann das andere besser. Das ist das beste Rezept dafür, etwas großherziger mit den Schwächen anderer umzugehen. Wir haben ja selbst genug davon und sie machen zu einem Gutteil unsere Individualität aus. Und es ist zweitens das beste Rezept für Großzügigkeit und Kooperation.

Wenn wir alle dieselben Stärken und Schwächen hätten, gäbe es keinen Anlass für gegenseitige Hilfe. Damit fehlte der Raum für eine der größten Stärken des Menschen: Sich die Anliegen und Nöte seiner Mitmenschen etwas angehen zu lassen. In Freiheit.
Diese Freiheit ist aber nicht nur Freiheit, sie ist im Wesentlichen Verantwortung.
Man kann sich das ein bisschen vorstellen wie Baumeister und Baumaterial. Über das Material – die Gene, die Lerngeschichte – haben wir vielleicht wenig Kontrolle. Aber was wir daraus machen, darauf kommt es an. Man kann mit Marmorplatten ausgestattet sein und doch nichts daraus machen oder aus Lehm ein Kunstwerk schaffen.
Unser Material sind Fähigkeiten und Schwächen: Musikalität zum Beispiel ist großteils angeboren, also schicksalshaft. Aber Musikalität ist nur Material und tut an sich gar nichts. Weder spielt sie Klavier noch komponiert sie  -  das muss man selbst tun. Man kann dieses Material ungenutzt mit ins Grab nehmen und damit nicht nur sich selbst, sondern auch der Welt etwas vorenthalten. Oder man kann es nutzen und damit gleichermaßen die Welt wie sich selbst bereichern.
Man darf bei alledem auch nicht vergessen, dass der Mensch keine Insel ist und dass man daher die Schwächen und Stärken auch in der Gemeinschaft sehen muss. Meine Schwächen geben anderen Gelegenheit, die größte Stärke des Menschen zu zeigen: Großzügig zu sein und einander zu unterstützen.
Wir leben in einer Zeit, in der es uns – in Nordamerika, Europa, Japan – so gut geht wie nie zuvor. Daher sollte man annehmen, dass es uns dann leichter fallen sollte, unser Bestes zu geben, wenn so viele Möglichkeiten da sind. Stattdessen breiten sich mitten im Wohlstand Gleichgültigkeit und Langeweile aus  -  und eine enorme Erwartungs- und Forderungshaltung. Aber die Welt ist nicht nur dazu da, unsere Bedürfnisse zu erfüllen, sondern: Auch die Welt braucht uns – auch wenn die Konsumhaltung das Gegenteil suggeriert.
Studien belegen, dass dem Menschen, der sich primär mit sich selbst beschäftigt, die Welt verloren geht. Es geht ihm damit aber auch alles verloren, was interessant ist, alles, wo er sich bewähren könnte, alles, wo er Aufgaben erblickt, die er nicht tun muß, aber die er tun soll. Das heißt, der Egozentriker, der bequeme Mensch, der konsumierende Mensch nimmt sich das Beste, was er sein könnte: Dass er sich da oder dort eingebracht hat, wozu ihn niemand gezwungen hat.
Der Mensch ist das einzige Wesen, das so etwas wie „Hoffnung“ in die Welt brachte, Hoffnung, die nicht nur meint, dass es ihm selbst gut gehen soll, sondern die Hoffnung, dass er etwas dazu beitragen kann, dass die Dinge auch für andere besser werden.

K5 - Information 3 l 2018

Wo Humor fehlt, sehen wir häufiger die Fehler des anderen, wir geben weniger Anerkennung und bekommen selbst auch weniger davon.
Wenn wir mit unserer Aufmerksamkeit sparsamer werden, wirkt sich das aus. Jeder fühlt sich im Team einsamer und die Leichtigkeit des Lebens bleibt auf der Strecke.
Um den Teamspirit zu stärken, gehen wir im Folgenden auf Humor näher ein.
 

Ein gutes Team braucht Humor

 
Ob eine Teambildung gelingt, hängt nicht zuletzt vom Humor der Partner ab. Humor wirkt wie ein Polster. Er dämpft Konflikte und fördert Stimmungen, in denen wir Nähe fühlen. Damit entsteht jene leichte Vertrautheit, die zum Wesen von Wohlwollen gehört. Humor hat große Bindungskraft für ein Team und nichts entschärft eine konfliktträchtige Situation so wirksam wie eine gute Prise davon.
Es gibt Menschen, die so gut wie fast keinen Humor haben. Meist sind das Menschen, die vom Leben viel erwarten, wenig dafür tun, dass diese Erwartungen sich erfüllen und ständig gekränkt sind. Das hat Auswirkungen: Wer bei Kleinigkeiten schon gekränkt ist und sich häufig beschwert, hat insgesamt ein gedrücktes Lebensgefühl und entsprechend ein geringes Teamgefühl. Humorlose Menschen führen ein anstrengendes Leben. Sie sind nicht nur eine Belastung für Freunde und Kollegen. Auch ihr eigenes Leben ist schwierig, weil jener Stoßdämpfer fehlt, der sonst die Belastungen des Lebens abmildert.
Der gemeinsame Humor zeigt uns, dass wir ähnliche Werte haben und das Leben ähnlich sehen. Wir haben fast immer Sympathie für jemanden, der ähnliches Humorpotenzial hat. Wenn jemand humorlos ist, äußert er ständig Kritik. Das zieht hinunter. Das hält selbst ein humorvoller Kollege nicht lange aus.
Das Lachen ist eine Grundlage für Teamgeist. Wir verbinden uns, wenn wir gemeinsam lachen können, wenn wir lachend das Leben gelöster empfinden. Wir fühlen uns weniger einsam und vor allem: Unser Selbstbewusstsein steigt, weil wir für andere Menschen Bedeutung bekommen. Unser Ich wächst auf gute Weise und dies ist eine wichtige Basis für den Lebenshumor.
Durch mehr Ich-Stärke können wir Ereignisse relativieren und wir können einen gewissen Abstand zu den Widrigkeiten des Lebens einlegen. Durch den Humor verkleinern wir Probleme, sind geschickter im Austragen von Konflikten und können häufig sogar miteinander über einen Konflikt lachen, anstatt Türen zuzuknallen.
Humor hat etwas mit Persönlichkeit zu tun. Und diese können wir stärken, indem wir die Humorbeschleuniger anwenden: Die Steigerung unseres Selbst-bewusstseins gehört dazu. Dann sollte ich meine Partnerschaften pflegen und vor allem die sozialen Netzwerke intensivieren. Das stützt, gibt Sicherheit und ich kann aktiver werden.
Damit wir humorvoll reagieren können, brauchen wir auch einen vernünftigen Abstand zu unseren Partnern. Wir müssen das Schwergewicht unsres Lebens in uns selbst finden und wir brauchen eine genügende Unabhängigkeit zu unseren Partnern.
Wir sind also auf gute Partnerschaften angewiesen und wir sollten in der Lage sein, unsere eigenen Probleme selbst zu lösen. Dann könnte sich der Humor wie von selbst einstellen, der uns die Arbeit und das Leben leichter, kreativer und sinnvoller machen lässt.

 

K5 Informationen


K5-Info 4 - 2011       Genug ist zu wenig

K5-Info 3 - 2011       Das Wirtschaftssystem ist ungesund für den Menschen

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