Zwischen Instinkt und Vernunft
ist jedes Handeln - privat wie geschäftlich -
Ethik unterworfen

K5-Information 2 l 2021

Die Pandemie zeigt uns: Der Mensch ist nicht Herr der Dinge.
Es ist nicht immer alles sofort machbar.
Doch es besteht Hoffnung auf ein gutes Ende.
Gedanken zu unserem Zustand und mögliche Verbesserungen.

 

Hoffnung auf Gemeinsamkeit


Nach drei Lockdowns ist vor allem Müdigkeit in die Köpfe und Knochen gefahren. Dazu kommen Wut, Ärger und Verzweiflung. Sie gelten dem unsichtbaren Virus, aber auch den Maßnahmen, die einmal mehr einmal weniger nachvollziehbar sind. 
Eine wesentliche Erfahrung aus der Pandemie bisher bestätigt uns: Jede Krise beinhaltet auch Chancen für die, die sie wahrnehmen und ergreifen. Ob diese Chancennutzung dem Wohl aller dient oder Einzelinteressen damit bedient werden – beides lässt sich nach einem Jahr erkennen. Wer zählt zu den Gewinnern, wer zu den Verlierern, welche Absichten werden verfolgt? Eine entsprechende Analyse gerade im eigenen Umfeld ist notwendig, um die richtigen Entscheidungen für sich selbst, die eigene Familie, die Firma zu treffen. 
Hoffnung steht und fällt mit unserem Agieren, mit unseren Zielen. Und hier kommt Gemeinsamkeit ins Spiel. Je mehr Menschen sich zusammentun, umso größer sind die Chancen. Zusammenarbeit fördert neues Vertrauen. Das gilt für die ganze Welt, für den Erdteil, das Land, die Region, das Dorf, den Freundeskreis, die Familie. Von dieser notwendigen Solidarität ist zurzeit wenig zu spüren.
Die Politik kämpft um Macht, Posten und Einfluss, während Teile der Bevölkerung um das Leben kämpfen. Das ist beschämend. Wir brauchen dringend einen offenen Diskurs um die besten Lösungen mit dem Ziel wieder ein lebenswertes Leben herzustellen. Danach können wir die Ursachen für begangene Fehler suchen und Schritte zu deren künftiger Vermeidung setzen. 
Zum Leben gehört mehr als das bloße Überleben. Auch das wissen wir heute. Mehr als ein Jahr sind wir bereits zurückgeworfen worden - manche sprechen von einem verlorenen Jahr. Es gibt Tote und Kranke, Arbeitslose, Firmen stehen vor dem Ruin. Die entstandenen Kollateralschäden sind immens. Damit nicht alles noch schlimmer wird, müssen wir wieder aufeinander zugehen und uns bemühen, die entstandenen Gräben zu überwinden. Verloren gegangene Werte wie Toleranz und Mitgefühl sind durch Angst in den Hintergrund gedrängt worden. Aber wir sind es, die bestimmen, was uns wichtig ist, welche Werte wir leben. Gerade in Krisen laufen wir jedoch Gefahr, die Eigenverantwortung abzugeben und darauf zu warten, dass andere es richten werden. Nicht nur die Vergangenheit auch die eigene Erfahrung lehrt uns, dass das grundlegend schief gehen kann.

Vor allem die Nähe, der persönliche Kontakt zu Menschen geht uns ab. Die Berührung. Die Liebe. Deshalb ist es gerade jetzt wichtig, dass wir Zeichen des Zusammenhalts setzen, die uns von der Angst befreien und zum Vertrauen führen.
Vertrauen in ein gutes Ende lässt sich nicht einfach verordnen. Es muss wachsen inmitten der Zweifel, die uns begleiten.
Jetzt wäre die Zeit gut für einen neuen Anfang.