Zwischen Instinkt und Vernunft
ist jedes Handeln - privat wie geschäftlich -
Ethik unterworfen

K5 - Information 4 l 2021

Die Wahlen am letzten Oktober-Sonntag geben Aufschluss, in welche Richtung die politische Entwicklung aller Wahrscheinlichkeit nach verlaufen wird.
Die soziale Frage spielte bei den drei Wahlgängen in Deutschland, Oberösterreich und Graz eine besondere Rolle.
Die Konsequenzen aus  diesen drei richtungsweisenden Wahlen wollen wir in unserem Brief  besprechen.

 

TEILEN ist der Schlüssel für Fortschritt


All die Punkte, wie Klimaschutz, Arbeitsplätze, Migration, Covid-Bekämpfung, Bildung, Digitalisierung, Mobilität und nachhaltige Energieversorgung haben bei den jüngsten Wahlen in Deutschland, Oberösterreich und selbst in Graz eine wichtige Rolle gespielt. Das große Gemeinschaftsthema, das sich wie ein Schirm über all die genannten Bereiche spannt, ist das Soziale, das Teilen. Es gehört auf die politische Landkarte.
Nach Jahren der ungezügelten Globalisierung, des damit einhergehenden ungebremsten Liberalkapitalismus, des Raubbaus an den begrenzten Ressourcen der Erde, in denen vielfach das Ego die Gemeinschaft überflügelt hat, haben Pandemie und zunehmende Naturkatastrophen viele Menschen zum Nachdenken gebracht.
Wie lange geht das noch gut?

Die Fragen nach sozialer Sicherheit und Gerechtigkeit spielen bei Wahlen wieder eine Rolle. Denn alles ist letztendlich mit der sozialen Frage verbunden. Die Klimaerwärmung verschärft soziale Gegensätze, die Migration wirft neue auf, die Covid-Bedrohung ist von Beginn an auch eine Frage der sozialen Verhältnisse, Bildung schafft ebenso Chancengleichheit wie leichter Zugang zu Mobilität. Beide sind heute und morgen noch mehr wichtige Voraussetzungen für einen guten Arbeitsplatz.
In Deutschland hat die Sozialdemokratie mit den Themen Arbeitsplatzsicherheit, stabile Renten, Mindestlohn und Bürgergeld für alle gepunktet. In Graz war es Elke Kahr, die seit Jahren die Hälfte ihrer Politikergage an Arme spendet und zur Kommunistin der Herzen wurde. Ihr soziales Engagement brachte ihr Platz eins im Gemeinderat ein. Wie es aussieht, wird sie bald die erste KPÖ-Bürgermeisterin Österreichs sein. Ihr politisches Konzept ist einfach und für alle verständlich.
Auch in Oberösterreich, dem an Wirtschaft und Industrie reichsten Land Österreichs, spielt die soziale Frage vermutlich eine größere Rolle, als man vielleicht auf den ersten Blick aus dem Wahlergebnis herauslesen kann. Die Konservativen, die dort gewonnen, aber nicht – wie von ihnen selbst erhofft – triumphiert haben, sind noch vom alten Schlag, karitativ und auch sozial ausgerichtet.
Die Verteilungsfrage ist eine der großen politischen Herausforderungen geworden. Viele Menschen fühlen sich – selbst wenn das objektiv nicht immer stimmen mag – ungerecht behandelt. Politische Parteien, die ihnen das Gefühl geben, ernsthaft etwas dagegen zu tun, werden es leichter haben.