Zwischen Instinkt und Vernunft
ist jedes Handeln - privat wie geschäftlich -
Ethik unterworfen

K5-Information 2 l 2019

„Wer sich aus den tradierten Vorstellungen nicht befreit, bleibt ein Leben lang Gefangener seiner selbst“,
schreibt Jean-Paul Sartre.
Wir fragen uns im Folgenden, was wir meinen, wenn wir von Freiheit sprechen.
Die Quelle von Freiheit liegt in uns. Wenn wir erkennen, was wir sind,
haben wir Zugang zu dieser Einsicht.
 

Frei – Sein?

Das Gefühl kennen Sie vielleicht noch von Ihrer Schulzeit. So in der Art: „Ich habe nichts für die Schularbeit gelernt. Aber dafür hatte ich bis dahin eine ziemlich coole Zeit“.
Wir lernen: Die grenzenlose Freiheit ist gefährlich. Und Freiheit, so lehrte Jean- Paul Sartre, sei nur dann möglich, wenn man sich im Kern selbst annehme.
Daraus folgt die Eigenverantwortung, die es zu übernehmen gilt. Wer wirklich frei sein will, muss einen eigenen Zugang zu den Dingen finden. Das bedingt, dass er auch das Heft des Handelns in seine Hände nehmen muss. Er muss sich unabhängig von überlieferten Meinungen auf den Weg machen und selbstverantwortlich seinen Weg gehen.
So kann er sein Umfeld sorgfältig einschätzen und ist selbst nicht manipulierbar.
Wie unfrei der moderne Mensch ist, das beschreibt der Wiener Philosoph Eugen Maria Schulak so: „Stellen Sie sich vor, Sokrates wäre nicht getötet, sondern eingefroren worden. Beim Anblick der Mariahilfer Strasse würde er nach dem Auftauen fasziniert feststellen: „Wahnsinn! Ihr habt ja noch viel mehr Sklaven, als wir damals hatten. Hier tut ja wirklich kein Mensch mehr das, was er eigentlich will“. Die Sklaven von früher sind von Systemtrotteln abgelöst worden.
Der moderne Mensch wird immer mehr zum „Systemtrottel“. Dieser ist gleichförmig ausgerichtet, vergleichbar mit Eisenspänen auf einer Glasplatte, unter der sich ein Magnet bewegt.
Deshalb gönnen wir heute auch unseren Kindern kein eigenständiges Denken und versponnenes Innenleben. Sie wählen freiwillig den öffentlichen Raum als Lebenswelt und inneren Bezugspunkt. Womit auch der Erfolg von YouTube und Facebook schnell erklärt ist.

Dabei war es immer der Einzelne, der die Menschheit vorangebracht hat. Kopernikus etwa. Der dänische Mathematiker zählte zu den Ersten, die im frühen 16. Jahrhundert das heliozentrische Weltbild beschrieben, womit er den Menschen aus der Mitte rückte.

Kritiker werden oft mit dem Argument mundtot gemacht: „Aber du machst es genauso“. Hätten Steinzeitmenschen so gedacht, wir würden heute noch auf Bäumen sitzen.
Die Suche nach Freiheit ist ein ewiges Auf und Ab.

Freiheit hat mit Wohlwollen zum Mitmenschen zu tun. Freiheit ist die Wahrnehmung der Verbundenheit mit allen Lebewesen. Freiheit ist Offenheit und Klarheit im Austausch mit anderen.

Das ist allerdings nur dann einsehbar, wenn ich weiß, ich bin wie alle anderen ein geistiges Wesen.
Wenn ich mich mit Körper, Geld, Besitz oder Ansehen in der Gesellschaft gleichsetze, dann kann ich diese Freiheit schwer wahrnehmen.