Zwischen Instinkt und Vernunft
ist jedes Handeln - privat wie geschäftlich -
Ethik unterworfen

K5-Information 1 l 2019

Die Mutlosigkeit lässt uns in Routine ersticken.
Mut entsteht, wo Angst überwunden wird.
Vertrauen ist der Humus auf dem Mut gedeiht.
Im Folgenden einige Gedanken, die Mut machen können.
 

Mut ist der Motor zur Lebendigkeit

 
Oft hält die Angst die Menschen davon ab, ihr Leben mit beiden Händen zu ergreifen. Da sagt jemand Ja, obwohl er Nein meint. Da scheut sich jemand Entscheidungen zu treffen, aus Angst, etwas falsch zu machen. Man fühlt sich elend  -  und bleibt doch lieber im vertrauten Unglück hocken, als Neues zu wagen.

Zugleich haben es viele satt, immer nur vorsichtig, quasi unter Vorbehalt zu leben. Sie wollen mutig leben  mit vollem Einsatz. Wir erfahren es immer wieder: Mut öffnet die Tür zum Leben. Natürlich ist ein Schiff geschützter, wenn es im Hafen bleibt. Aber dafür werden Schiffe nicht gebaut.
Im Allgemeinen sind die Menschen im Berufsleben guten Mutes. Zugleich kennen wir Situationen, in denen wir um Mut ringen: Vor einer wichtigen Entscheidung, wenn wir einem Gespräch ausweichen oder mit unserer Meinung hinterm Berg halten, weil sie nicht gut ankommen würde.

Genau das ist Mut: Wenn ich trotz und mit meiner Angst etwas wage, weil ich es als richtig erkannt habe. Mut ist, wenn anderes wichtiger wird als meine Angst.
Selbstvertrauen lässt sich nicht erzwingen, es kann nur wachsen, mit Übung.
Sich an zwei Grundsätzen zu orientieren kann helfen.
Erstens: „Nur wenn du regelmäßig innehältst, findest du Halt in deinem Inneren und kannst ein beherztes Leben führen.“
Zweitens: „Tue immer das, was du für richtig hältst, auch wenn du ein wenig Angst wovor hast.“

Mutig werden wir in dem Maß, indem wir – in kleinen Schritten – mutig handeln.
Das funktioniert wie bei der Muskulatur: Wird ein Muskel genutzt, gewinnt er Kraft.
Der Mystiker Johannes Tauler bringt den Gedanken, dass wir uns gern mit Bären- und Ochsenhäuten umgeben, weil wir befürchten, verletzlich zu sein, wenn wir uns zu sehr öffnen. Ein gesunder Selbstschutz gibt Sinn. Leben verletzt. Daher schulden wir unserer Verwundbarkeit und Selbstachtung, dass wir uns schützen. Zugleich kann sich das Streben nach Sicherheit verselbständigen. Und dann behindert es Wachstum und Entfaltung. Etwa wenn ich nur das tue, was ich bereits gut kann, und von allem anderen die Finger lasse, um mir nicht die Pfoten zu verbrennen. Oder wenn ich die „Zentralverriegelung Angst“ dauerhaft aktiviere, dann schiebe ich allen tieferen Beziehungen und Einsichten einen Riegel vor.
Darin liegt eine überraschende Einsicht zum Thema Mut: Verletzlichkeit steht am Ursprung unserer vitalsten Erfahrungen. Es ist dieselbe weiche Seite am Menschen, der nicht nur Trauer und Schmerz entspringen, sondern auch Liebe und Zugehörigkeit, Freude und Solidarität.
Das erfordert Vertrauen. Sich zurückziehen nach dem Motto „Alle Menschen sind Gauner“ hilft nicht, sondern Freundschaften und Beziehungen pflegen, kann Vertrauen neu aufkeimen lassen.